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1. Einführung
Seit etwa 20 Jahren läuft in der Wirtschaft die Qualitätsdiskussion. Eigentlich wurde schon immer über Qualität diskutiert, aber nicht im Kontext des modernen Qualitätsmanagements. Über den richtigen Weg hin zum richtigen 'Produkt' wird nachgedacht, seitdem es ökonomische Austauschbeziehungen zwischen Kunden und Lieferanten gibt. Aber erst seitdem der ungehinderte Zutritt zum Weltmarkt allen Produzenten aus allen Himmelsrichtungen offen ist und seitdem EDV-, Weltraum und Militärtechnik höhere Qualitätsansprüche mit sich brachten, steht die Qualitätsdiskussion auf der unternehmenspolitischen Tagesordnung. Die Diskussion wurde durch die japanische Qualitätsoffensive angestoßen, begann in der Industrie und setzte sich im Dienstleistungsbereich fort. Auslöser war die Qualitätszirkel-Bewegung, die zu Beginn der achtziger Jahre Deutschland erfasste.
Da Qualitätszirkel ein originär japanisches Führungsinstrument sind, erfreute es sich zunächst großen Interesses. Dutzende Bücher und Hunderte von Artikeln erschienen. Manager glaubten, jetzt das Geheimnis des japanischen Höhenfluges zu kennen. Berater und Trainer witterten das große Geschäft. Wie ein Strohfeuer verbreiteten sich Zirkel. Sie waren die wirkungsvollste Managementmode der achtziger Jahre. Die weitergehenden Zusammenhänge der japanischen Produktionskultur waren zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt. Wahrscheinlich hätte man das Thema Qualitätszirkel wieder ad acta gelegt, so wie es dem betrieblichen Vorschlagswesen, der Wertanalyse oder der Lernstatt in den meisten Fällen erging, wenn nicht mehr als nur 'die Qualität' Anliegen der QZ-Philosophie gewesen wäre. Aber es wurde immer deutlicher, dass Zirkel nur Teile eines größeren Konzeptpuzzles sind, das später unter der Bezeichnung 'Lean-Management' zur 'Wirtschafts-Wunderdroge' avancierte.
2. Ein 'Geheimnis' wurde gelüftet
Im weiteren Verlauf der achtziger und der ersten Hälfte der neunziger Jahre erkannten Produktionswissenschaftler, dass Qualitätszirkel nur ein Baustein einer umfassenderen Produktions- und Organisationsphilosophie sind. Zunächst wurde die unabdingbare Partnerschaft von Kanban und Jishu-Kanris (jap. für QZ) deutlich, da eine Produktion auf Abruf (just-in-time) ein sehr hohes Qualitätsbewusstsein und gute Kooperation an 'der Basis' voraussetzt. Um dieses zu leisten, boten sich Zirkel als das geeignete Instrumentarium geradezu an. Dann aber wurden die 'Geheimnisse' des 'japanischen Produktionswunders' im Rahmen eines langjährigen Forschungsprojekts vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) gelüftet. In dem 1990 erschienen Weltbestseller 'Die zweite Revolution in der Autoindustrie' konnten Politiker, Gewerkschafter und Manager erstmals genau nachlesen, worin sich das Produktionssystem des Toyotismus (Schlankes Management) vom Fordismus (Taylorismus) unterschied (Womack, James P./Jones, Daniel T./Roos, Daniel: Die zweite industrielle Revolution in der Autoindustrie, Frankfurt/M. 1992).
Trotz der inzwischen vorliegenden Materialfülle herrscht immer noch viel Unverständnis und Uneinigkeit darüber, was Qualitätsmanagement ist und wie man es praktiziert. Einige setzen Total Quality Management mit Qualitätsmanagement gleich. Andere stellen den Begriff Qualitätsmanagement in den Kontext des klassischen Qualitätsbegriffs, der auf Güte und Beschaffenheit zielt. Wieder andere reduzieren Qualitätsmanagement auf die DIN EN ISO 9000 und betrachten das Zertifikat als Nachweis ihrer Qualität.
Aufgrund dieser Situation werden in diesem Aufsatz zunächst einige Begriffsklärungen zum Qualitätskomplex vorgenommen und dann die umfassenderen Qualitätsmanagementsysteme und Quality-Award-Modelle vorgestellt. Dem schließt sich eine Trendbeschreibung zur Zukunft des QM an.
Diese Gliederung ist u.a. deshalb notwenig, um den 'management theory jungle', der sehr stark aus der Qualitätsbewegung speist, zu lichten. Allein das DIN EN ISO 9000-Normenwerk umfasst 26 Einzelnormen und Leitfäden, so dass selbst Fachleute vor lauter Wald kaum noch die Bäume erkennen. Satt vereinfachend zu wirken, stiften diese Normen und diversen Begriffe rund um das Qualitätsmanagement Verwirrung und Konfusion. Darum versteht sich dieser Beitrag als ein Versuch, dem interessierten Leser einen Überblick aus der Vogelperspektive zu geben, so dass er die Bäume im Dickicht der Begriffe wieder zuordnen kann.
3. Qualität als integrierter Teil der Grundtendenzen modernen Managements
In dem MIT-Forschungsprojekt wurden diese Hauptursachen des fernöstlichen Produktionserfolges erforscht:
- Dezentralisierung von Verantwortung an Mitarbeiter (Eigenverantwortlichkeit)
- Priorität wertschöpfender Tätigkeit
- Starke Qualitätsorientierung (Kaizen)
- Ausgeprägte Kundenorientierung
- Gruppen- und Teamarbeitarbeit
- Funktionsübergreifende Prozessorientierung
- Just-in-time (Kanban-System)
Im Zusammenhang damit kreierten die MIT-Forscher den Begriff Lean-Management. Das japanische Industriesystem, der 'Toyotismus' erschien ihnen schlank, da es mit kleinem Ressoureneinsatz größtmögliche Ergebnisse erzielt.
Das Lean-Management stimulierte westliche Führungskräfte dazu, ihr tayloristisch geprägtes Organisationsverständnis kritisch zu hinterfragen und ihre Unternehmen stärker durch die systemische Brille zu betrachten. Man erkannte, daß man ein wirksames Qualitätsmanagement nicht ohne ein glaubwürdiges Human Resources Management (die Qualität der Führung von Märkten ist in der Qualität der Führung von Mitarbeitern begründet), ein gut konzipiertes Prozessmanagement (im Zeitalter von Just-in-time und Simultaneous-Management muß die Produktqualität 'auf Anhieb' erreicht werden, was nur über eine ausreichend hohe Prozessqualität gewährleistet werden kann), Kundenorientierung (der Kunde bekommt bestens das, was er will, nicht aber das Beste, was wir haben) u.a. betreiben kann. Das eine bleibt nicht ohne Wirkung auf das andere, sondern verstärkt oder vermindert es. Allmählich schälten sich diese Kernbotschaften moderner Managementkonzepte nebst den dazugehörigen Ansätzen heraus:
| Grundtendenzen |
Mögliche Ansätze |
| Qualitätsorientierung |
TQM, ISO 9000, EFQM |
| Wettbewerbsorientierung |
Benchmarking, Outsourcing |
| Mitarbeiterorientierung |
Gruppenarbeit, Dezentralisierung |
| Prozeßorientierung |
Reengineeringkonzepte |
| Kundenorientierung |
Interner Kunde |
Das bisherige Qualitätsmanagement floß nun in modernere Ganzheitskonzepte ein. Diese sind entweder unsystematisiert wie das Lean-Management oder durchstrukturiert wie das weiter hinten vorgestellte EFQM-Konzept.
4. Übersicht, Begriffsklärungen
Das Thema Qualität hat viele Facetten. Das erschwert den Zugang und führt zur Interpretationsvielfalt. Denkbar wäre eine Einteilung in 1. Qualitätsphilosophien, 2. Qualitätsmanagementsysteme, 3. Qualitätswerkzeuge, 4. Führungskonzepte zur Qualitätsförderung und 5. Qualitätsstandards (s. Übersicht).
Qualitäts- philosophien |
Qualitäts- managementsysteme |
Qualitäts- werkzeuge |
Qualitäts- klassen bzw. -standards |
Führungs- instrumente zur Qualitäts- förderung |
| TQM |
DIN EN ISO 9000ff |
Fehlerlisten |
DIN ISO-Normen |
Qualitätszirkel |
Kaizen, (jap. Kai = verbessern, zen = gut) |
EFQM-Konzept |
Fehler- Möglichkeiten- und Einflußanalyse |
Anzahl von Hotelsternen |
Projektgruppen |
| KVP |
ServAs |
4M-Diagramm |
Weinklassen |
Vorschlagswesen |
| u.a.m. |
u.a.m. |
u.a.m |
u.a.m. |
u.a.m |
4.1 Qualitätsphilosophien
Qualitätsphilosophien sind eine Art geistiger Überbau. Ihr Zweck ist denk- und verhaltensnormativ, ohne eine eindeutig definierte Vorgehensweise. Sie zielen auf die Arbeitsmentalität bzw. Geisteshaltung, die als organisationsgenetischer Code das Mitarbeiterverhalten und die Unternehmenskultur qualitätsaktivierend prägen soll.
Zu diesen Überbaukonzepten zählen das 'Kaizen' (kai = Veränderung; zen = gut/verbessern), das Total Quality Management (TQM), der Kontinuierliche Verbesserungsprozeß (KVP) und das Umfassende Qualitätsmanagement (UQM).
Von diesen eher normativen Konzepten ist Kaizen das allgemeinste, während TQM mit seinem Imperativ bezüglich Kunden-, Mitarbeiter- und Prozessorientierung eher auf Integration und Konkretion zielt. Doch diese Unterschiede sind marginal. Letztendlich zielen alle Aktivitäten darauf, über Qualitäts-, Prozeß- und Produktivitätssteigerungen die Wettbewerbsposition eines Unternehmens oder einer Volkswirtschaft zu steigern.
Qualitätsphilosophien bzw. -grundkonzepte sind elementare Vorstellungen bzw. Denkmodelle, die ihren Ursprung in Japan haben. Diese können in formalisierten und durchsystematisierten Qualitätsmanagementsystemen umgesetzt werden (z.B. ISO 9000ff.). Diese entstanden unabhängig von japanischen Einflüssen in den sechziger Jahren in der amerikanischen Weltraum- und Militärindustrie.
4.2 Qualitätsmanagementsysteme
Qualitätsmanagementsysteme sind durchstrukturierte Modellbeschreibungen, in denen Qualität als Teil der Gesamtführungsaufgabe eines Unternehmens betrachtet wird. Es geht hier also nicht mehr nur um die Qualitätssicherung als zeitliche, personelle und ggf. örtliche Spezialveranstaltung am Ende des Leistungserstellungsprozesses, sondern um Qualität als eine unternehmerische Funktion, die gleichberechtigt neben dem Personal-, Beschaffungs-, Finanz-, Produktions- und Vertriebsmanagement steht. Solche Qualitätsmanagementsysteme enthalten Aufgaben, Funktionszuordnungen, fordern Strukturen, Maßnahmen und Kontrollen, so wie sie in den 20 Punkten der ISO 90001 enthalten sind.
4.3 Qualitätsklassen bzw. -standards
Qualitätsstandards sind von kompetenten oder zugelassenen Stellen erlassene Sollbeschreibungen zur Güte eines Produktes oder einer Dienstleistung. So erkennt ein Reisender anhand der Anzahl der Sterne sofort, zu welcher Güteklasse ein Hotel gehört.
Die Wirtschaft hat im Interesse des Güterverkehrs und Verbraucherschutzes einen großen Bedarf an Standardisierungen. Dabei ist aber zu bedenken, daß es "den Standard" nicht gibt, sondern Leistungen immer im Verhältnis zur Erwartung, Verwendung und zum Preis betrachtet werden müssen. Qualität ist das, was der Kunde als das adäquates Verhältnis von Geld- und Gebrauchswert definiert.
4.4. Qualitätswerkzeuge
Hierbei handelt es sich i.d.R. um Datensammlungs- und Problembearbeitungstechniken, Moderationswerkzeuge für Gruppensitzungen, Kreativitätsmethoden u.ä., mit denen Qualitätsprobleme diagnostiziert und gelöst werden sollen. Im Prinzip ist jede Methode, mit der eine Arbeit besser, schneller und billiger verrichtet werden kann, ein quality-tool.
4.5 Führungsinstrumente zur Qualitätsförderung
Qualitätsförderung wird immer mehr als eine Führungsaufgabe begriffen, die gleichrangig neben die klassischen Führungsaufgaben wie Planung, Kontrolle, Information/Kommunikation tritt. Hierbei kann sich die Führungskraft spezieller Führungsinstrumente bedienen, so z.B. Qualitätszirkel, betriebliches Vorschlagswesen, Projektgruppen und Zielvereinbarungen.
5. Qualitätsmanagementsysteme I: Die DIN ISO 9000ff.
In den achtziger Jahren einigte sich die Internationale Standardisierungsorganisation (ISO) auf eine einheitliche Norm zur Beschreibung von Qualitätsmanagementsystemen. Die DIN ISO 9000ff. gab der Qualitätsbewegung eine neue Qualität. Nun lag es nicht mehr im Ermessen des Managements, das Thema Qualität auf die Tagesordnung zu setzen, sondern der Qualitätsnachweis wurde zur Eintrittskarte für die Teilnahme am Marktgeschehen. Die DIN ISO 9000ff. war ein neues Kapitel der Qualitätsbewegung und ist bis heute der Transmissionsmechanismus, der die Qualitätsdiskussion in ein Unternehmen bringt.
Das DIN EN ISO 9000-Normenwerk hat seinen Ursprung in der Weltraum- und Wehrtechnik und wurde durch die amerikanische Autoindustrie weltweit verbreitet. Diese war an einem einheitlichen System interessiert, das ihr die teure und zeitintensive Überprüfung der vielen Zuliefererfirmen erspart. Weist also ein Zulieferer nach, daß er über ein Qualitätsmanagementsystem verfügt und anwendet, dann braucht er nicht von jedem PKW-Hersteller separat hinsichtlich seiner Qualitätsfähigkeit überprüft werden. Dieses war der auslösende Gedanke der Zertifizierung bzw. der DIN ISO 9000ff.
5.1 Die notwendige Kritik an der DIN ISO 9000ff.
Der Verfasser hat in einer Reihe von Veröffentlichungen die mit diesem Normenwerk verbundene Retaylorisierung betrieblicher Abläufe ("Je genauer ein Prozeß ... durch detaillierte Verfahren festgelegt werden kann, desto größer ist die Möglichkeit strukturierte und disziplinierte Grundsätze des Qualitätssicherungssystems anzuwenden." (9004-2, S.11) Das ist der Grund, warum in der DIN EN ISO 9001 durchgängig Verfahrensanweisungen als Grundprinzip gefordert werden. Der qualitätswillige Unternehmer oder Freiberufler jedoch stutzt: Dienst nach (Qualitäts-)Vorschrift, das soll die Qualität verbessern? Dokumentation und Bürokratie soll Probleme lösen, obwohl gerade diese Ursache für viele Probleme sind? Was hat der Kunde davon, zumal mit diesen Dokumentationen nicht die Qualität eines Produkts oder einer Dienstleistung geprüft wird, sondern die Qualitätsdokumentation des Herstellungs- bzw. Dienstleistungsprozesses? Darum ist also möglich, auch den Herstellungsprozess von Fernsehern ohne Bildschirm oder auch die Liebesdienste eines Domina-Studios zertifizieren zu lassen. Bis heute fehlt der eindeutige empirische Nachweis, dass Unternehmen mit einem ISO 9000ff. basierten Qualitätsmanagementsystem eine höhere Qualitätsfähigkeit besitzen als solche ohne. Besorgt fragen Fachleute "welcher konkrete Nachweis durch ein QM-System tatsächlich erbracht wird." (Malorny/Kassebohm, Brennpunkt TQM, Stuttgart 1994 S. 245)
Dieses Normenwerk ist industriell geprägt und bedient sich einer fertigungstechni-schen Diktion. Wer als Dienstleister das industrielle Zwangskorsett von DIN EN ISO 9001 beklagt, der wird auf DIN EN ISO 9004-2 verwiesen. Dieses Normenwerk erhebt den Anspruch, ein Leitfaden für nichtindustrielle Anwender zu sein. Völlig zu Unrecht trägt dieses Papier die Bezeichnung Norm. Obwohl der deutsche Delegierte der Internationalen Standardisierungsorganisation (ISO) Jürgen Zorn, zugleich Mitglied der für die ISO 9000ff. zuständigen Arbeitsgruppe, im Qualitäts-Jahrbuch 98/99 die ISO 9001 als 'Pflicht' und die 9004-1 als 'Kür' bezeichnet, ist m.E. nichts anderes als eine 14seitige Abhandlung über allgemeine Aspekte der Qualitätspolitik, der Personal- und Unternehmensführung, voll von Allgemeinplätzen und nichtssagenden Definitionen. Der Begriff Norm ist also im Zusammenhang mit der DIN ISO 9004-1 und 9004-2 glatter Etikettenschwindel. Mit geschachtelten, geschraubten und missverständlichen Formulierungen, wird gegen den Lektüreappetit und die in diesem Papier geforderte Kundenorientierung ständig verstoßen. Hier eine Kostprobe: "In den meisten Fällen kann die Lenkung von Dienstleistungsmerkmalen und von Merkmalen des Erbringens der Dienstleistung nur durch die Lenkung des Prozesses, durch welchen die Dienstleistung erbracht wird, erreicht werden" (9004-2, S.10). Auch bei der Aufzählung normengerechter Definitionen stellt sich die Frage nach dem Sinn solcher Leerformeln, wie die hier aufgeführten: Der Kunde ist "der Empfänger eines Produkts, das von einem Lieferanten bereitgestellt wurde." Der Lieferant ist "die Organisation, welche dem Kunden ein Produkt bereitstellt." Ein Unterlieferant ist "die Organisation, welche dem Lieferanten ein Produkt bereitstellt." (9004-2, S.8).
Wer nun glaubt mit der DIN ISO 9004-1 und 9004-2 einen Leitfaden für die Erstellung eines Qualitätsmanagement-Handbuches in der Hand zu haben, wird enttäuscht. Die Leitfäden enthalten eine Aufzählung von Banalitäten und Tugenden, die erfüllt sein müssen, um als Unternehmen überhaupt arbeiten zu können. Ohne den falschen Eindruck westlicher Arroganz erzeugen zu wollen, glaube ich, dass diese für Unternehmen der Dritten Welt relevant sein mögen, nicht aber für mitteleuropäische Unternehmen mit ihren langen industriellen Habitualisierung.
5.2 Technokratismus statt Kundenorientierung
Wer die 43 DIN-4-Drittelseiten der ISO 9004-2 aufmerksam liest - die beiden anderen Drittel dienen der englischen und französischen Übersetzung - wird bedauernd feststellen, daß auch dieses Papier seiner industriellen Abstammung treu bleibt. DIN EN ISO 9004-2 erhebt zwar den Anspruch, für 73 Dienstleistungsbranchen anwendbar zu sein (9044-2, S. 37), aber wie das geschehen soll, dazu hat das Technische Komitee 176 - Quality Management und Quality Assurance der Internationalen Organisation für Normung' (ISO) keine konkreten Aussagen gemacht.
DIN ISO 9001-1 und 9004-2 nennen als Schlüsselaspekte eines Qualitätsmanagements die Verantwortung der obersten Leitung, die Struktur des Qualitätssicherungsmanagements sowie Personal und materielle Mittel. "Ein äußerst wichtiges Mittel jeder Organisation sind die beteiligten Personen" (9004-2, S.14). Das ist eine von vielen Leerformeln. Sie ist genauso unsinnig, wie wenn es heißen würde: Ein äußerst wichtiges Mittel dieses Textes sind seine Wörter. Oder wollen Taylors gelehrige Schüler in den Normungsinstitutionen mit ihrer Leerformel ausdrücken, daß sie nun endlich den Menschen entdeckt haben?
5.3 'Genormte' Kommunikation
Es ist das große 'Verdienst' der Qualitätstechniker der internationalen Normungsorganisation, nun endlich auch das Phänomen der menschlichen Information und Kommunikation 'genormt' zu haben. Doch leider plädieren sie nur für die kommunikative Drittklassigkeit, wenn sie schreiben: "Besonders das im direkten Kontakt mit dem Kunden stehende Dienstleistungspersonal sollte angemessene Kenntnisse und nötige Fertigkeiten im Kommunizieren besitzen" (9004, S. 16). Das beherrschen sogar schlecht gelaunte Verbkäuferinnen und Verkäufer. Man sollte ihnen schnellstens ihre Qualitätsfähigkeit nach DIN EN ISO bescheinigen. An gleicher Stelle heißt es in der DIN EN ISO 9004-2: "Die regelmäßige Kommunikation innerhalb der Dienstleistungsorganisation sollte ein Merkmal sämtlicher Führungsebenen sein." (S. 16). Was soll diese Aussage. Ohne Information und Kommunikation ist ein Unternehmen von vornherein nicht lebensfähig. Die Frage ist doch nicht, ob kommuniziert wird, sondern wie kommuniziert wird. Aber die DIN EN IS0 9004-2 enthüllt dann doch, wie wirksam kommuniziert wird: "Wirksame Kommunikation mit den Kunden umfasst...die Angabe, wieviel die Dienstleistung kosten wird." (S. 21, Hervorhebung durch den Verfasser). Der Kunde könnte ja vergessen nach dem Preis oder dem Zinssatz zu fragen. Noch einen ganz entscheidenden Hinweis, sozusagen das Ei des Kolumbus, enthält die Qualitätsbibel nach DIN EN ISO 9004-2: "Die Kommunikation mit den Kunden wird durch unangemessene Mittel ungünstig beeinflusst." Genau das ist auch das Problem des Normenwerkes. Es ist ein unangemessenes Mittel, um die Qualität zu fördern.
5.4 Hierarchie und nochmals Hierarchie
Das gesamte Normenwerk betont und bekräftigt die Notwendigkeit und Rolle von Hierarchie. In allen Teilnormen wird insbesondere die Bedeutung der 'obersten Leitung' betont. "Die oberste Leitung des Lieferanten muss sicherstellen, dass die Qualitätspolitik des Unternehmens auf allen Ebenen der Organisation verstanden, verwirklicht und aufrechterhalten wird." (9004-2, S.12). Vergeblich sucht man den Hinweis auf Leadership, auf flache Hierarchien, auf vorbildhaftes Verhalten der Führungskräfte u.ä. Das DIN EN ISO-Normenwerk empfiehlt, Qualität per Dekret zu verordnen: Um (zufriedenstellende) Qualität zu erreichen, ist es erforderlich, sämtliche Ebenen der Organisation auf die Qualitätsgrundsätze zu verpflichten..." (9004-2, S. 5; Hervorhebung durch den Autor). Warum das Wort zufriedenstellend in Klammern gesetzt wurde, soll den Leser wohl zum Rätselraten animieren. Ob aber mit Verpflichtungserklärungen, wie sie für die sozialistische Wirtschaftsführung typisch waren, Qualitätsziele erreicht werden, ist fraglich. Daß Qualität letztendlich das Resultat der Symbiose von Personal- und Organisationsentwicklung ist, wird in der Einleitung der Norm DIN EN IS0 9004 eher nebenbei mit nur fünf Sätzen abgehandelt (vgl. 9004-2, S. 6).
Nachdem sich der Leser durch das schwer verdauliche Deutsch der Norm hindurchgekämpft hat - durch die Fixierung auf den Quellentext kam Kauderwelsch heraus - , fragt er sich: Ja und? Was nun? Besonders der Dienstleister ist zu Recht empört, denn der Anspruch, ein Leitfaden zur Erstellung eines Qualitätsmanagement-Handbuches zu sein, wird nicht eingelöst. Das meint auch der schon erwähnte Jürgen Zorn, Mitglied der für die 9000er-Reihe zuständigen Normierungskommission der ISO: "Den Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft hat die ISO 9000ff.-Norm noch nicht vollzogen" Es besteht ein erkennbares Ungleichgewicht in der Anwendbarkeit der Normen zuungunsten der Dienstleister bzw. der kleinen und mittleren Unternehmen, obwohl diese nach EG-Maßstäben 99 v.H. aller Unternehmen in Deutschland ausmachen (Qualitäts-Jahrbuch 98/99 S.26).
Die Mitglieder der technischen Kommission 176 der ISO betreiben unlauteren Wettbewerb, wenn sie die Leitfäden DIN ISO 9004-1 und 9004-2 weiterhin als Leitfäden deklarieren. Sie verstoßen gegen ihre eigenen Empfehlungen zur Qualität in der Werbung: "Die Marketingfunktion sollte die Haftungsrisiken ... des Angebots übertriebener oder haltloser Behauptungen über die Dienstleistung erkennen." (9004-2, S. 24).
5.5 DIN ISO 9000f.- Werbeprospekt statt Qualitätsinstrument
Gern wird DIN ISO 9001 mit dem damit verbundenen Qualitäts-Optimierungsprozess begründet. Wenn er tatsächlich stattfindet, ist das zu begrüßen. Nun weiß man aber, dass sich die meisten Unternehmen für das Zertifikat als Werbemittel interessieren. Die Produktion von 'Schrankware' ist also Voraussetzung dafür, sich die TÜV-Werbeplakette auf das Firmenschild stempeln zu lassen. Doch kluge Unternehmen wissen dieses Problem zu umgehen, indem sie ihre Telefonzentrale oder ihr Pförtnerhäuschen auditieren und zertifizieren lassen und so in den Genuss eines Zertifikats kommen.
In der Pro-Zertifizierungsliteratur werden gern Führungskräfte zitiert, die von erheblichen Qualitätssprüngen und Kosteneinsparungen im Zusammenhang mit der Zertifizierung berichten. Diese Manager müssen sich fragen lassen, warum es erst des Zertifizierungsdrucks bedurfte, um qualitätsentwickelnde Maßnahmen zu ergreifen. Warum das späte kostenintensive Reagieren, statt des rechtzeitigen Agierens?
5.6 Rückschritt statt Fortschritt
Man hat den Eindruck, dass das Normenwerk den tayloristischen Anspruch der Lenkbarkeit einer Organisation einlösen will. "Die Qualitätssicherungs-Elemente sollten so gegliedert sein, dass sämtliche die Dienstleistungsqualität beeinflussenden operationellen Prozesse angemessen gelenkt und gesichert werden." (9004-2, S. 17). Hier wird die aus den sechziger Jahren stammende Vorstellung von der Beherrschbarkeit sozialer Prozesse vermittelt. Aber außer der formalen Organisation ist in vielen Unternehmen kaum noch etwas klar und überschaubar. Alle sind von der 'neuen Unübersichtlichkeit' betroffen. Produktionsinseln oder fraktale Organisationsgebilde sind die richtige Antwort darauf, denn infolge von Wechsel- und Rückwirkungen greifen lineare Konzepte auf der Basis von Ursache und Folge nicht mehr. Auch Unternehmen entwickeln ihre eigene nicht-lineare Dynamik, bei der Ursachen zwar Wirkungen erzeugen, aber diese auf die eigentlichen Ursachen zurückwirken und so gänzlich andere Neuwirkungen auslösen. Der Planungs-, Steuerungs- und Kontrollfetischismus des Qualitäts-Normenwerkes bestätigt das, was der US-Managementexperte John P. Kotter als "overmanaged and underleaded", charakterisiert.
Im Lichte der traditionellen Human-Resources-orientierten Organisationsentwicklung und der neueren Unternehmensforschung ist das neue DIN/ISO-Qualitätsevangelium ein Rückschritt, so z.B. für den berühmten US-Managementguru Tom Peters ("Die ISO-Bürokraten haben den Qualitätsgedanken gekillt") Seit den siebziger Jahren hat sich im Zusammenhang mit der Diskussion um das japanische Führungsmodell die Erkenntnis durchgesetzt, daß die weichen Führungsfaktoren (Menschen, Führung, Können) eine größere Rolle für den Unternehmenserfolg spielen als die harten (Strukturen, Strategien, Systeme u.ä.). Es scheint, als sollten letztere durch DIN ISO 9000ff. wieder salonfähig gemacht werden. Mit diesem Versuch der Retaylorisierung
betrieblicher Abläufe. steht das Normenwerk im Gegensatz zu den Grundgedanken des schlanken Managements einschließlich des darin enthaltenen Total Quality Managements. Kritiker stellen den Wert der Norm in Frage, da diese keine strukturellen und unternehmensspezifischen Gegebenheiten berücksichtigt. (Christian Malorny/Krisitian Kassebohm, Brennpunkt TQM, Stuttgart 1994, S. 226). Einige sind noch deutlicher mit Aussagen, die man in etwa so zusammenfassen könnte: Wer TQM ernst nimmt, kann DIN EN ISO 9000ff. nicht ernst nehmen.
Die Kritik an der Norm hat dazu geführt, dass sich immer mehr Branchen auf eine branchenspezifische Darlegungsform ihres Qualitätsmanagement konzentrieren. Die Autoindustrie hat mit der QS 9000 bzw. deren deutschen Pendant, der VDA 6.1 eine Vorreiterrolle übernommen. Auch die Erölindustrie, die Medizintechnik und die Atomstromerzeuger entwickeln eigene QM-Systeme.
Die DIN ISO 9000 wird in den nächsten fünf Jahren ihren Glanz verlieren. Das Zertifikat ist dann kein Reifezeugnis mehr für höhere Marktweihen, sondern der nachzuweisende Basisstandard. Wer sich heute auf dem DIN ISO-Gleis fortbewegt, sollte aufpassen, dass er nicht schon bald von schnelleren und besseren Qualitätszügen überholt bzw. überrollt wird.
Die DIN ISO-Epoche der neunziger Jahre wird sich als Einstiegs- bzw. Übungsphase für ein anspruchsvolleres und umfassenderes Qualitätsmanagement erweisen, das man als Business Exzellenze Management bezeichnen könnte. Insofern eignet sich die ISO-Norm sich als Warmaufübung für den harten Qualitätskampf des 21. Jahrhunderts.
6. Business exzellenze als neues Strategieparadigma
In seinem Buch 'Die heimlichen Gewinner' meint mein Kollege und Namensvetter Prof. Hermann Simon, dass unsere Manager nicht jeder neuen Management-Mode nachlaufen und irgendeinen Aspekt der Unternehmensführung einseitig übertreiben sollten. (Simon, Hermann: Die heimlichen Gewinner. Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer, Frankfurt/M. 1996).
Er hat Recht, denn auch eine zu starke Fokussierung auf Qualität birgt die Gefahr in sich, dass andere Bereiche des Unternehmens vernachlässigt werden. Zur Sicherung des Industriestandortes Deutschland genügt es nicht, sich allein auf das Instrument Qualitätsmanagement und eine ideenlose Rotstiftpolitik zu verlassen. Es reicht nicht Speck abzubauen, ohne gleichzeitig Muskeln zu entwickeln. Aufgrund dieser Erkenntnis vollzieht sich seit einigen Jahren eine stärkere Orientierung auf das Innovationsmanagement und auf ganzheitliche Business Exzellenze-Konzepte. Dahinter steht die Einsicht, dass man wirksames Qualitätsmanagement nicht ohne ein glaubwürdiges Human Resources Management, ein gut konzipiertes Prozessmanagement und ein organisationsumfassendes Maßnahmebündel betreiben kann. Außerdem, das eine bleibt nicht ohne Wirkung auf das Andere. Ein Blick in die Literatur der wichtigsten Business-Exzellenze-Strategiearchitekten, so z.B. Tom Peters und Hermann Simon, zeigt, dass es keine monokausalen Rezepte für den Unternehmenserfolg gibt. Wer Excellenze will, muss sich an vorne dargestellten Kernbotschaften moderner Managementkonzepte und den dazugehörenden Ansätzen orientieren:
In der Vergangenheit wurde immer mal das eine oder das andere versucht. Der Hunger nach Rezepten und Regeln war groß und animierte zum zaghaften, zeitweiligen Mitmachen. Mehr und mehr setzte sich die Erkenntnis der systemischen Ganzheitlichkeit durch. Der Trend geht hin zur systemischen Betrachtung, bei der Qualität und Innovation nur noch die Funktion von 'Containerbegriffen' haben. Das bisherige Qualitätsmanagement fließt in modernere Ganzheitlichkeitskonzepte ein. Diese sind entweder unsystematisiert, wie das Lean-Management, oder durchstrukturiert, wie das EFQM-Konzeptmodell.
Das Interesse an solchen Ganzheitlichkeitskonzepten wird u.a. auch deswegen zunehmen, da immer mehr Unternehmen ein QM-System nach DIN EN ISO 9000ff. aufgebaut haben und der Werbewert eines Zertifikats immer mehr sinkt. Darum setzen sie sich weiterführende Ziele in Richtung Business Exzellenz. Dazu bietet sich das EFQM-Modell an, von dem ich sicher bin, dass es sich in Deutschland und Europa als Qualitätsmodell der zweiten Generation durchsetzen wird.
7. Qualitätsmanagementsysteme II: Das EFQM-Modell und ServAs
Wer Qualität nur durch die DIN EN ISO 9000-Brille sieht, ist blind für andere Konzepte, z.B. ServAs oder EFQM. Diese Konzepte bezwecken zwar keine Zertifizierung, gehen aber inhaltlich weit über die DIN EN ISO 9000ff. in Richtung Business Excellence hinaus. Der Zweck dieser Konzepte besteht nicht darin, ein Zertifikat als 'Werbemittel' zu erwerben, sondern eine Selbstbeurteilung durchzuführen, aus der sich Ziele, Maßnahmen und Prozesse ergeben, die später wieder als Grundlage weiterer Selbst- bzw. Reifegradbeurteilungen dienen.
Diesen Konzepten liegt ein integrales Qualitätsverständnis zugrunde, das die Qualität ganzheitlich fokussiert, einschließlich der Produkt-, Prozeß-, Führungs- und Unternehmensqualität sowie der sie bewirkenden Faktoren. Dahinter steht die Erkenntnis, daß Qualität im Arbeitsprozeß entsteht. Sind die Zwischenergebnisse gut, sichert das ein gutes Endergebnis. Aus diesem Grunde gewichtet das moderne Qualitätsmanagement den Prozeßaspekt. Während sich das traditionelle Qualitätsverständnis eher für den 'fertigen Kuchen' interessierte, interessieren sich das EFQM-Modell und ServAs-Modell eher für die 'bewirkende Hefe', also Mitarbeiter, Ressourcen, Prozesse etc. Es bezweckt die Optimierung des organisatorischen Gesamtprozesses. Damit empfehlen sie sich als diejenigen Instrumente, mit dem TQM systematisch anwendbar und hinsichtlich des Fortschritts meßbar wird. TQMinterssierte Unternehmen sind gut beraten, sich diese QM-Modelle genauer anzusehen.
Von den vorliegenden Self-Assessment-Instrumenten fand das Qualitätsoptimierungskonzept der Europäischen Qualitätsvereinigung (European Foundation of Quality Management) die stärkste Verbreitung, obwohl das deutsche ServAs-Modell von ausgezeichneter Qualität ist. Immer mehr Unternehmen, die den Weg zur Bestleistung beschreiten wollen entscheiden sich für das europäische Modell werden. Ich vermute diesen Grund: Das EFQM-Modell wurde von großen europäischen Unternehmen in Abstimmung mit den zuständigen EG-Behörden geschaffen, während ServAs seine quellen im Hochschulbereich hat. Aber beide Modelle sind Vielzweckinstrumente. Sie geben erste Antworten auf die Frage, wie Business Reengineering konzeptionell eingeleitet wird oder wie ein 'postgraduelles Qualitätsmanagement' nach der Zertifizierung aussehen könnte. Auch das Modewort Change-Management erhält mit diesen Modellen eine Gebrauchsanleitung, um Veränderungen wirksam und meßbar einzuleiten.
Die Verknüpfung von Input-, Prozeß- und Outputfaktoren konkretisiert die Idee ganzheitlicher Unternehmensführung. Auch als 'Benchmarking-Einstiegsmodell' eignet sich der EFQM-Ansatz, ebenso wie ServAs, indem ein Unternehmen seine Punktzahl von einer gemeinsamen Basis aus mit anderen Unternehmen vergleichen kann.
Sogar zum Zwecke des 'Unternehmens-Selbstcoaching' kann das EFQM-Modell, aber auch ServAs, eingesetzt werden, da beide auf Fortschritt und Maßnahmen zielen. So muss das Management über den Einsatz moderner Instrumente der Unternehmensführung, so z.B. Mitarbeiterbeurteilung, Benchmarking, Qualitätszirkel, Kundenbefragungen und Zielvereinbarung als notwendige Bausteine einer Business Excellence-Organisation nachdenken. Der Einsatz jedes neuen Führungsinstruments und dessen Anwendungsintensität drückt sich in einem höheren Punktwert aus. Fazit: Das EFQM-Modell ist ebenso multifunktionell einsetzbar wie ein schweizer Offizierstaschenmesser.
8. Balanced Scorecard
Im Rahmen einer Darstellung und Würdigung verschiedener QM-.Systeme muß auch das Balanced Scorecard einbezogen werden. Seine Nähe zu den ganzheitlichen QM-Systemen ist augenscheinlich. Das mag mit der Grund dafür sein, dass die deutsche EFQM-Sektion dieses Modell auf seiner Webseite vorstellt.
Balanced Scorecard (ausgewogener multikriterieller Berichtsbogen) versteht sich als ein umfassendes Steuerungskonzept, das über einen normalen betriebswirtschaftlichen Berichtsbogen hinausgeht. Als Performance Measureinstrument-Konzept rückt Balanced Scorecard die Vision und Strategie in den Mittelpunkt der Betrachtung, während sich 'klassische Kennzahlensysteme', für die Steuerung und Kontrolle interssieren. Zugleich ist es aber auch Bindeglied zwischen der Strategieentwicklung und ihrer Umsetzung. Insofern ermöglicht es die Präzisierung bzw. Detaillierung der Strategiediefinition.
Ebenso wie das EFQM-Modell ist Balanced Scorecard eine Art Navigationshilfe. Während aber das EFQM-Modell neuen Teilsysteme umfasst, sind es beim Balanced Scorecard von der Vision und Strategie ausgehend nur vier, nämlich
- die finanzielle Perspektive (Wie sollen wir gegenüber unseren Gesellschaftern auftreten, um den finanziellen Erfolg unserer Vision zu demonstrieren?)
- Kundenperspektive (Wie sollen wir gegenüber unseren Kunden auftreten, um unsere finanzwirtschaftlichen Ziele zu realisieren?)
- Interne Geschäftsperspektive (Welche internen Geschäftsprozesse müssen wir verändern, um unsere finanzwirtschaftlichen und kundenbezogenen Ziele zu erreichen?)
- Lern- und Entwicklungsperspektive (Wie müssen wir unser Mitarbeiter und Informationssysteme befähigen, die aus der Vision abgeleiteten Ziele praktisch umzusetzen?)
Ein wichtiger Grundsatz besteht darin, die Teilaspekte auf 4 bis 7 Größen pro Hauptaspekt zu beschränken, so dass sich nicht mehr als etwa 25 Teilaspekte ergeben. Durch diese Konzentration auf wichtige, angeblich wettbewerbesentscheidende Schlüsselgrößen wollen die Modell-Komponisten das Management vor einer Datenflut schützen.
9. Die Integration der Systeme
Noch wird Qualitätsmanagement als jener Teil der Gesamtführungsaufgabe eines Unternehmens definiert, der sich mit der Planung, Durchführung und Wirksamkeitskontrolle des Qualitätswesen beschäftigt. Während das Thema Qualität früher ausschließlich eine Angelegenheit der Qualitätssicherung war, entwickelt es sich immer mehr zu einem Zentralthema im Unternehmen. Die Qualitätssicherung als ehemals von der Fertigung getrennte zeitlich, örtlich und personell Spezialabteilung am Ende der Produktion, wurde sie in den Fertigungsprozess hineinverlagert. Dahinter stand die Erkenntnis, dass Qualität im Arbeitsprozess entsteht. Damit setzte die ganzheitliche Sichtweise des Thema Qualität ein, die ihren Ausdruck in Modellen wie dem EFQM-Award und Balanced Scorecard findet. Diese tendenziell systemische Sichtweise findet mehr und mehr ihren Ausdruck in den Integrationsbemühungen von betrieblichen Teilaufgaben unter dem Qualitätsdach.
9.1. Qualitätsmanagement als Modell ganzheitlicher Unternehmensführung
In den meisten Unternehmen existieren die Teilführungssysteme noch immer nebeneinander oder sind lose miteinander verbunden. Für jedes Teilführungssystem gibt es einen verantwortlichen Manager bzw. Entscheider. Das reduziert zwar die innere Komplexität eines Unternehmens, aber der Blick für das Ganze geht verloren. Der Versuch, die Komplexität zu reduzieren, verursacht immense Koordinationskosten. Außerdem entstehen Konflikte und widersprüchliche Zielsetzungen.
Infolgedessen mehreren sich Stimmen - und dieses trotz der eher negativen Erfahrung mit Business Reeinginering -, die sich um die Integration der verschiedenen Managementbereiche (z.B. Beschaffungs-, Fertigungs-, und Vertriebsmanagement) unter dem Dach des Qualitätsmanagements bemühen, ähnlich der Praxis fernöstlicher Produktionskulturen. Dort gibt es kein gesondertes Qualitätsmanagement als Teilaufgabe, sondern Qualitätsmanagement ist der Geist und Inhalt der Unternehmensführung.
Einige Unternehmen denken schon darüber nach, wie sie ihre Teilführungssysteme in einem Gesamtführungssystem zusammenführen könnten, so wie es das St. Galler-Qualitätsmodell vorschlägt. Dieses Gesamtführungsmodell, so die Überlegungen, könnte durch eines der hier vorgestellten Modelle, z.B. EFQM, fundiert werden.
Im Rahmen eines solchen Gesamtführungsmodells ist Qualitätspolitik nicht mehr ein Teil der Unternehmenspolitik, sondern die Unternehmenspolitik schlechthin, das Qualitätsmanagement nicht Teil der Unternehmensstruktur, sondern die Unternehmensstruktur selbst. Daraus folgt, dass Qualität eine Führungsaufgabe ist, die über allen übrigen Führungstätigkeiten steht. Der Organisationswissenschaftler Gaugler präzisiert diesen Gedanken so: "Auf der Grundlage des modernen Qualitätsbegriffs ist Qualitätsmanagement eigentlich nichts anderes als originäres Management und damit nicht delegierbar."
Unternehmen, die sich von dieser Sichtweise leiten lassen, sind auf dem richtigen Weg. Nach einer Studie der TU Berlin zeichnen sich erfolgreiche QM-Systeme dadurch aus, dass
- das QM-System als die eigentliche Aufbau- und Ablauforganisation des Unternehmens verstanden wird (QM-System = U-Struktur, DIN EN ISO 9000ff. = OE-Konzept)
- das QM-System auf konkreten Messgrößen und Kennzahlen basiert;
- der Vorsitzende des Vorstandes sich für das QM verantwortlich fühlt und den Prozess immer wieder anstößt.
9.2 Die Integration der 9000er-Normenreihe
Unabhängig hiervon wird auch über die Integration mehrerer paralleler und damit teurer Managementsysteme (z.B. Umwelt, Gesundheit und Sicherheit, Finanzrisiko)
Innerhalb eines Grundmanagementsystems nachgedacht, in das bei Bedarf die spezifischen Einzelnachweisforderungen eingefügt werden. Als mögliches Basismodell wird in diesem Zusammenhang die DIN EN ISO 9000ff. diskutiert. Die verschiedenen Funktionsbereiche eines Unternehmens werden dann in die 20 Punkte der 9000er-Norm integriert. Wie Zorn im Q-Jahrbuch 98/99 ausführlich darlegte, befindet sich auch dieses Normenwerk im Prozess der Vereinheitlichung. Demnach werden die derzeit 26 Normen, Leitfäden und Normenentwürfe auf 4 Normen komprimiert. Die neue 9001 ersetzt die Normen 9001-9004. Die Leitfäden für das Auditwesen werden in einer einheitlichen ISO 10011 zusammengefasst. Die bisherige Begriffnorm 8402 wird weiter aktualisiert und mit den in der 9001-1 und 9001-2 enthaltenen Begriffen zu einer Begriffsnorm mit der Bezeichnung ISO 9000 vereinheitlicht.
10. Qualitätspreise
Der Konkurrenzkampf findet nicht mehr nur zwischen Unternehmen statt, auch Staaten und Regionen sind in den Wettbewerb einbezogen. Produktherkunftsbezeichnungen wie 'Made in Germany' oder das System der 'Japan AG' stehen hierfür als Beispiel. Das Ministerium für Außenhandel und Industrie (MITI) in Japan ist eine zentrale Stabsstelle für den Export- und Qualitätskampf der japanischen Wirtschaft gegen die westlichen Industriestaaten. Auf der homepage der deutschen EFQM-Sektion kann man unter der Überschrift 'Hintergrund und Ziel des Ludwig Erhard Preises' hierzu lesen: "Die Verpflichtung, die Qualität zu verbessern gilt auch für Bund, Länder und Gemeinden. Ihnen kommt die Aufgabe zu, den Standort Deutschland international wettbewerbsfähig zu erhalten und die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft konsequent zu verbessern."
Im Rahmen des internationalen Wettbewerbs spielen die Quality-Awards eine immer größer werdende Rolle. Zink und Voß haben dieses im Qualitäts-Jahrbuch 98/99 anschaulich herausgearbeitet.
Da sich die DIN ISO 9000 als Motor landesweiter Qualitäts- und Exportförderung kaum eignet, orientieren sich alle Qualitätsauszeichnungen an weitergehenden TQM-Modellen, so an dem schon 1951 eingeführten Deming Application Prize und dessen US-Pendant, dem 1987 geschaffenen Malcolm Baldrige National Award oder dem seit 1992 verliehenen Quality Award der European Foundation for Quality Management. Hier geht es nicht um Basisstandards, sondern um unternehmerische Spitzenleistungen.
Diese 'Qualitäts-Nationalpreise' sind die Basis spezieller 'Qualitäts-Regionalpreise'. Zu erwähnen sind hier stellvertretend für viele deutsche Auszeichungen der 'Bayerische Qualitätspreis', der 'Sächsische Qualitätspreis' oder 'Baden-Würtembergische Qualitätspreis.
Über den EFQM-Preis urteilen viele Kenner, so Malorny und Kassebohm, dass er sich inhaltlich an dem Malcolm Baldrige National Award anlehnt. "Er kann insofern nicht als eigenständige europäische Konzeption verstanden werden." (225) Das gilt ebenso für den deutsche Ludwig Erhard Preis, der bis auf einige Formulierungen ein Abbild des EFQM-Modells ist.
Alle Award-Modelle sind integrativer Natur. Sie basieren auf einem systemischen Ganzheitlichkeitsansatz und zielen auf business exzellenz. Damit wird die Idee 'QM = Unternehmensführung' eingelöst, denn Spitzenleistungen sind der Anspruch, die Erwartung und das Ziel von Mitarbeitern, Anteilseignern, Führungskräften und der interessierten Öffentlichkeit.
11. Ausblick
Die Qualitätsanforderungen steigen ständig. Im 21. Jahrhundert reicht es nicht mehr sein ISO 9000ff.-Zertifikat vorzuweisen und tatsächlich gute Qualität zu leisten. Die Kunden werden sich schnell an das neue Qualitätsniveau gewöhnen und ihr Anspruchsniveau noch weiter nach oben schrauben. Der Ausspruch 'Qualität hat seinen Preis' verliert seine Gültigkeit. Qualität wird nämlich zu einem selbstverständlichen Ausstattungsmerkmal, so wie der Zigarettenanzünder im Auto. Im Hyperwettbewerb des kommenden Jahrzehnts wird 'best practise' zum entscheidenden Auswahlkriterium. Uns steht eine spiralförmige Entwicklung auf ein immer höhergeschraubtes Qualitätsniveau bevor. Wer einen Dauerplatz in der Marktliga erringen will, muss gute Qualität zu einem akzeptablen Preis anbieten. Es findet eine permanente Qualitätsrevolution statt, bei der das Gute kontinuierlich durch das Bessere ersetzt wird. Je mehr sich der Wettbewerb aufheizt, desto größer ist der Wert, den die Kunden erhalten. Jedes Unternehmen muss dem Preis-/Qualitätsführer folgen, um zu überleben. Letztendlich sind in dieser Situation der 'vollkommenen Konkurrenz' über Preis und Qualität keine Wettbewerbsvorteile mehr erzielbar.
Auch die Kundenorientierung ist kein Garantieschein in die Zukunft. In einer Zeit, in der jedes Unternehmen daran arbeitet, die Kundenbindung zu steigern, muss mehr geschehen, als nur kundenorientiert zu handeln. Die Schlacht um den Markt tobt um die Herzen und die Psyche der Abnehmer.
Um an diesem Kampf um den Kunden teilzunehmen, muss der Hyperwettbewerber fähig sein
- Kundenbedürfnisse zu identifizieren, die nicht einmal die Kunden selbst in Worte fassen können;
- neue Kunden zu finden, die bislang noch nicht bedient wurden;
- Kundenbedürfnisse entstehen zu lassen, die es bisher noch nicht gab;
- Veränderungen in den Kundenbedürfnissen zutreffend zu prognostizieren (290).
Selbst ein bekannter Markenname ist keine Zukunftsversicherung. Gute Markennamen schützen nicht mehr vor Imageverlust und Kursverfall an der Börse, wie es das Beispiel IBM zeigt. Wie stark Unternehmen von den Launen des Kunden abhängig sind, zeigt der Niedergang der Markentreue bis hin zum Fremdgehen mit no-name-Produkten.
Qualität und Kundenorientierung allein reichen nicht, um in einem turbodynamischen Umfeld bestehen zu können. In einer Zeit, in der die Produktentwicklung und Produktlebenszyklen kürzer und kürzer werden, in der neue Technologien im Stundentakt entstehen, in der Marktgrenzen verschwinden, Branchen verschmelzen und sich Manager mit Samuraiprinzipien beschäftigen, wird der Überlebenskampf härter und feindseliger, selbst in Branchen, die bisher als bieder und beschaulich galten.
Während die achtziger Jahre noch die Jahre der geballten Fäuste waren, sind die neunziger die des Schlagabtausches. Man charakterisiert diese Situation mit dem Begriff Hyperwettbewerb. "Hyperwettbewerb ist gekennzeichnet von raschen, intensiven Vorstößen, die dazu dienen, sich schnell Wettbewerbsvorteile zu erschließen und die Vorteile der Gegenspiele im Wettbewerb auszuschalten." (258). Ein Unternehmen, das in diesem Umfeld alte Wettbewerbsvorteile dogmatisch verteidigt, blockiert sich, neue zu entwickeln. Der Verbraucher ist der einzige dauerhafte Sieger.
Prof. Dr. Walter Simon, studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Hamburg, Frankfurt/M. und Tokio. Er lehrt Human Resources Management an der Fachhochschule in Wiesbaden. Prof. Simon gilt als Experte für Qualitäts- und Innovationsmanagement und hat zu diesen Themen zahlreiche Seminare und Projekte durchgeführt. Zu seinen Kunden gehören: Mittel- und Großunternehmen, Bundes- und Länderministerien, Krankenhäuser, Verbände, Stadtverwaltungen, Forschungseinrichtungen, Politiker des In- und Auslandes.
Zum Thema gehörende Literatur von Walter Simon
- Qualitätszirkel: Fragen und Antworten, in PERSONAL 5/1983
- QZ: Kleine Gruppen - große Wirkung, in HARVARD MANAGER 4/1984
- Gewerkschaften und Qualitätszirkel, in PERSONAL 6/1984
- Das Experiment der Citibank mit Qualitätszirkeln, in BANKKAUFMANN 8/1986 (zusammen mit Paulo Sylla)
- TQM: Die Wurzel des Erfolges, in WIRTSCHAFT u. WEITERBILDUNG 3/94
- Der Weg zum Total-Quality-Banking, in BANKEN & VERSICHERUNGEN 4/95
- ISO 9000: Zertifizierung oder eher Liquidierung der Trainer?, in WIRTSCHAFT u. WEITERBILDUNG 4/95
- ISO 9000: Fortschritt mit Rückwärtsgang, in GABLERS-Magazin 9/95
- Fortschritt mit Rückschritt - DIN ISO 9000 und die Gefahr der Bürokratisierung, in KONTROLLE 11/95
- Die ganze Wahrheit über ISO 9000, in IO Management-Zeitschrift 6/1996
- Manifest wider die Zertifizierungssucht der deutschen Wirtschaft, in Der Betriebswirt 3/97
- Der Generationswechsel vom Qualitätsmanagement zum Exzellenmanagement, in: Zukunftsmanagement - Trainings-Perspektiven für das 21. Jahrhundert, GABAL-Verlag 1999
- Handbuch Qualitätszirkel, TÜV-Verlag, Köln 1989 (zusammen mit Martin Heß)
- Die neue Qualität der Qualität, GABAL-Verlag, Offenbach 1995
- Die Lust aufs Neue, GABAL_Verlag 1999
Texttrümmer
Qualitätspreise geben Ziele quantitativ vor, geben aber keine Anleitung, wie sie zu erreichen sind. Die Normen geben Anleitung, setzen aber keine quantitativen Ziele.
Die neuen 9001 und 9004 sind dann Kernnormen. Diese neuen Kernnormen sollen prozessorientiert konzipiert und strukturiert sein. Die alten Normen wirken statisch, da sie das Thema Schnittstellen behandeln und Prozessteile mit unterschiedlichem Gewicht behandeln.
Die Umsetzung dieses neuen und mehrdimensionalen Qualitätsverständnisses ...erfordert eine Management mit enormer Kundennähe, eine prozessorientierte Organisation sowie eine Kultur der Innovations- und Verbesserungsbereitschaft. Malorny, 43
Die massenhafte Verbretung von Zertifikaten in GB lässt Zweifel am Wert und an der Aussagekraft der Zertifizierung aufkommen. 240
Es fehlt bis heute der eindeutige empirische Nachweis, dass ein QM-System nach DIN EN ISO 9000ff. eine höhere Qualitätsfähigkeit besitzen als solche ohne.
Eine Untersuchung der Höchst AG an den LKWs der Vertragsspediteure zeigte, dass die Fahrzeuge der zertifizierten Spediteure nicht wenige Mängel hatten als die Transportunternehmen ohne Zertikfikat.
Höchst - LKWs
Malorny fragt "welcher konkrete Nachweis durch ein QM-system tatsächlich erbracht werden kann" 245
Malorny
Das Zertifikat belegt den Leistungswillen seines Verwenders, nicht mehr, aber auch nicht weniger. 22
erfolgreiche Unternehmen haben dabei längst erkannt, dass die Zufriedenheit der Mitarbeiter in einem direkten Verhältnis zur Zufriedenheit der Kunden und damit zum gesamten Unternehmenserfolg steht. 40
PIMS-Studie zutieren, S. 42
Aspekt HR-Management
Erfolgreiche Firmen sind nicht anders, sie werden anders geführt. 50
Qualität beginnt und endet beim Mitarbeiter 61
. 61
Aspekt Prozeßmanagement
. 74
Nach einer McKinsey-Studie entstehen bis zu 40% der Gesamtkosten durch unnötige Komplexität.
Demming wies 1964 darauf hin, dass Q. die Produktivität nicht belastet, sonden als Voraussetzung für deren Steigerung anzuerkennen ist. Damit wurde der produktorientierte Qualitätsbegriff auf den Produktionsprozeß ausgedehnt. 74
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